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Leseprobe Rubrik: 175 Jahre Deutsche Ferneisenbahn Leipzig - Dresden

Als die Welt kleiner wurde

Gut 100 Kilometer und eine reichliche Stunde Fahrtzeit liegen zwischen Leipzig und Dresden. Viele Berufspendler nutzen die Strecke täglich, ob per Auto oder Bahn.

Davon konnten die Menschen noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts nur träumen, mussten sie für diesen Weg doch viele Stunden in einer unbequemen Postkutsche verbringen. Eine solche „große“ Reise kam für die meisten nicht infrage. Die erste Ferneisenbahn Deutschlands änderte das grundlegend, machte Distanzen kürzer und die Welt weiter. Zur feierlichen Eröffnung am 7. April 1839 verließen drei Festzüge Leipzig mit dem Fahrtziel Dresden-Leipziger Bahnhof.

Jubiläumsfahrt und exklusive Exponate
175 Jahre später wird mit einer großen Festwoche an dieses Ereignis erinnert. Vom 7. bis zum 13. April 2014 reiht sich Höhepunkt an Höhepunkt. Den Auftakt markiert am 7. April eine Fahrt mit dem derzeit modernsten ICE der Deutschen Bahn, dem ICE 407, entlang der historischen Strecke von Leipzig nach Dresden. Damit soll die Verbindung
zum heutigen modernen Fernverkehr geschaffen werden. Allerdings zu diesem besonderen Anlass in gemächlichem Tempo und mit jeweils etwa halbstündigen Aufenthalten in Wurzen, Oschatz und Riesa, wo an den dortigen Bahnhöfen kleinere Feste veranstaltet werden.
Am nächsten Tag öffnet dann das Verkehrsmuseum Dresden die Türen zu seiner Sonderausstellung „Deutschland wird mobil“. Exklusiv dafür wird eine Originallokomotive dieser Zeit, die Old Coppernob von 1846, aus dem National Railway Museum York nach Dresden gebracht. Außerdem präsentiert das Museum erstmals nach abgeschlossener Restaurierung ein Originalfahrzeug der ersten deutschen Ferneisenbahn, einen Güterwagen von 1845. Nicht fehlen darf natürlich der Nachbau der ersten betriebsbereiten Lokomotive aus Deutschland, der Saxonia. Sie wurde 1838/1839 von Johann Andreas Schubert in Dresden-Übigau gebaut. Vorbild dafür war eine Lokomotive derselben Baureihe wie die aus York stammende Old Coppernob. An elf Stationen können die Besucher der Ausstellung anschaulich und lebendig die Geschichte des Baus und Betriebs der Leipzig-Dresdner Eisenbahn nachvollziehen. Dabei werden die Menschen und ihre Empfindungen, ihre Erwartungen, ihre Euphorie und manchmal auch ihre Skepsis gegenüber dem neuen Verkehrsmittel im Mittelpunkt stehen.

Dresdner Dampfloktreffen krönt Feierlichkeiten
Neben weiteren Schauplätzen in Dresden wie dem alten Leipziger und dem Neustädter Bahnhof, wo Führungen stattfinden werden, und dem Altmarkt mit einer Veranstaltung zum Thema „Mobilität vereint Menschen“ feiert Leipzig das Jubiläum am 12. April mit einem Bahnhofsfest im Hauptbahnhof. Doch auch hier wird ein Gast aus Dresden erwartet – die schnellste unter Dampf stehende Lok der Welt, die 18201, startet am dortigen Hauptbahnhof.
Einen Schlusspunkt nach Maß beschert der Festwoche das Dresdner Dampfloktreffen vom 11. bis zum 13. April. Im gesamten Gelände an der Zwickauer Straße gibt es zwischen dem Depot des Verkehrsmuseums und dem Eisenbahnmuseum an beinahe jeder Ecke etwas zu entdecken. Als Star unter den Gastlokomotiven hat sich der „Adler“ aus dem DB Museum Nürnberg angekündigt. Der betriebsfähige Nachbau der ersten Lokomotive auf deutschen Gleisen wird bei der Nachtfotoparade am 11. April und bei Demonstrationsfahrten zu erleben sein. Zusätzlich zu den Dampf- und Dieselloks säumen unter anderem eine Ausstellung zum Saxonia-Erbauer Johann Andreas Schubert, eine Wissensstraße und die historische Feldbahn aus Lohmen den Weg durch das Depot. Im Museum schließlich wird die Arbeit eines Bahnbetriebswerkes wie zu längst vergangenen Dampflokzeiten nachgestellt. Zu beobachten sind das Bekohlen und Wassernehmen, das Abölen, Schlacken und Rangieren – da staunen nicht nur eingefleischte Bahnfans, auch die jüngsten Besucher haben hier ihre Freude. In loser Folge werden die „Dampfrösser“ außerdem auf der Drehscheibe präsentiert, so auch im Rahmen des Konzerts „Dampf & Dixieland“ am Samstagabend. An allen drei Tagen fahren darüber hinaus Sonderzüge nach Riesa und ins tschechische Decín.
www.ferneisenbahn.de

Foto: Christian Sacher

Leseprobe Rubrik: Dresden

In Dresdens Schatzkammer das Staunen lernen

„Viele Wege führen zum Residenzschloss!“, so könnte ein Dresdner Sprichwort lauten. 

 
Denn tatsächlich bewegt man sich stets ganz in der Nähe dieses beeindruckenden Renaissancebaus inmitten der Innenstadt: läuft an ihm vorbei, unter ihm hindurch oder darauf zu. Im Gewirr der verwinkelten Gassen ist das bedeutende Bauwerk allzeit im Blick, man kann es nicht verpassen und will es im Allgemeinen auch nicht – im Gegenteil! Gelegen zwischen Zwinger, Theaterplatz und Hofkirche, unweit des Elbufers, vis à vis der Brühlschen Terrasse und nur einen Steinwurf entfernt von der Frauenkirche, ist das Schloss, einstiger Sitz der sächsischen Kurfürsten und Könige, das Herzstück der Dresdner Altstadt und eines der ältesten Bauwerke der Stadt.

Einmal ums Karree
Bei einem Rundgang ums Schloss begegnet man von Romanik bis Historismus quasi allen Architekturstilen, denn seine Geschichte reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück und alle Zeiten haben ihre Spuren hinterlassen. Von der Elbseite aus, durch das von Hünenstatuen bewachte Georgentor hindurch, gelangt man in die Schloßstraße, eine urige Gasse, in der einst alles mit der Errichtung einer Burganlange begann. Wenn Straßenmusikanten im Georgentor die Gitarrensaiten zupfen, gerade eine Kutsche vorbeirollt und die Hufe auf das Kopfsteinpflaster knallen, kann man sich wahrlich in längst vergangene Zeiten hineindenken. Blicke nach oben entlang der Fassade offenbaren herausgearbeitete Friese, aufgerissene Löwenmäuler, wilde Kentauren und natürlich das sächsische Wappen.
Architektonisch auffällig sind auch die zwei Brücken, der Seufzerbrücke in Venedig nachempfunden, die vom Schloss abgehen. Die eine verbindet das Schloss mit dem Taschenbergpalais, in dem heute das Kempinski-Hotel seine Gäste empfängt. Die andere Brücke führt vom Schloss direkt zur Katholischen Hofkirche. Gern stelle man sich vor, wie Friedrich August I. von Sachsen, besser bekannt als August der Starke, über die eine Brücke ins Taschenbergpalais zu seiner Geliebten, der Gräfin Cosel, huschte und wenig später über die andere Brücke in die Hofkirche schritt, um dem Priester begangene Sünden zu beichten. Allerdings ist und bleibt dies ein Gedankenspiel im Geiste des Betrachters. Die Historie lässt diesen Streich nicht zu: Die hölzerne Brücke zur Hofkirche wurde erst 1899 fertiggestellt, die Brücke zum Taschenbergpalais um 1900 – also lange nach dem Ableben Augusts des Starken.

Der Mühe wert!
Dass dieses Kleinod deutscher Schlossarchitektur heute fünf Museen beherbergt, in denen die historischen Sammlungen der Fürsten in den ursprünglichen Räumen wieder für eine breite Öffentlichkeit erlebbar sind, ist den mühevollen Restaurierungsarbeiten der vergangenen Jahrzehnte zu verdanken. Denn was über mehrere Jahrhunderte hinweg durch Um- und Anbauten sowie Neugestaltungen zu diesem mannigfaltigen Bauwerk heranwachsen konnte, wurde in der Bombennacht des 13. Februar 1945 vollständig zerstört. Zurück blieb über einen langen Zeitraum eine traurige Ruine, deren Erhalt sich zu DDR-Zeiten nicht gerade einfach gestaltete. Vorübergehend soll sogar eine Champignonzucht in den Gemäuern untergebracht gewesen sein.
Zwischen 1964 und 1979 wurden zunächst der Georgenbau und der Stallhof von Neuem errichtet, erst 1985 begann der umfassende Wiederaufbau des Schlosses. Nach der Wende erhielt der Stumpf des Hausmannsturms eine neue Turmspitze und die aufwändige Sgraffito-Gestaltung an Süd-, West- und Ostflügel sowie an den Fassaden im Großen
Schlosshof wurde rekonstruiert. Ziel der letzten und der kommenden Jahre ist es, das Schloss als „Residenz der Kunst und Wissenschaft“ wieder aufzubauen. Zunächst kehrten Münz- und Kupferstich-Kabinett ins Schloss zurück, 2004 folgte das Neue Grüne Gewölbe, 2006 das Historische Grüne Gewölbe und seit 2010 ist die äußerst kostbare und einmalige Türckische Cammer wieder zu besichtigen. Im Februar 2013 wurde schließlich der Riesensaal, in dem Teile der Rüstkammer ausgestellt sind, wiedereröffnet. Die endgültige Fertigstellung wird noch weitere Jahre
in Anspruch nehmen. (Auszug)

Lena Lüpke

Foto: SKD/David Brandt

Leseprobe Rubrik: Vital und aktiv

Radwandern durch sächsische Gefilde

Rauf aufs Rad, rein in die Pedalen und los geht’s: Der Wind weht um die Nase, die Sonne lacht und die Seele baumelt. Mit dem Rad auf Entdeckungstour fahren ist ein deutlicher und deutschlandweiter Urlaubstrend.

 
Die ungemein abwechslungsreiche Natur und die 1.000-jährige Kulturlandschaft Sachsens bieten Radwanderern spannende Erlebnisse und eine erholsame Zeit. Die Sächsische Städtetour etwa verbindet einige sehenswerte Städte wie Chemnitz, Freiberg, Nossen, Meißen, Bautzen und Görlitz miteinander. Jede einzelne Region des Freistaates lässt sich auf gut ausgebauten und thematisch verschiedensten Radwegen individuell entdecken.
Ein Verleih-Netz für Fahrräder und E-Bikes sowie Serviceangebote wie das Radeln ohne Gepäck ermöglichen sorgenfreie Radzeiten in Sachsen. Einige Anregungen geben beispielhaft die im Folgenden vorgestellten Routen.

Oberlausitz
Froschradweg

Rundweg durch das UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und das Lausitzer Seenland

• Verlauf: Bad Muskau – Hoyerswerda – Bernsdorf – Niesky
• Länge: 260 Kilometer
• Typ: leicht bis mittel
• Streckenbeschaffenheit: gut bis sehr gut, teilweise unbefestigte Straßen, Straßenmitbenutzung bei wenigen Ortsdurchfahrten
• Höhepunkte:
- Bad Muskau: Fürst-Pückler-Park (UNESCO-Weltkulturerbe), Waldeisenbahn
- Hoyerswerda: Stadtmuseum im Schloss, Zoo, Energiefabrik Knappenrode
• Abstecher:
- Schleife: Sorbisches Kulturzentrum
- Kromlau: Deutschlands größte Rhododendren-Freianlage
- Kamenz: historischer Stadtkern, Elementarium – Museum der Westlausitz

www.oberlausitz.com


Sächsische Schweiz
Elberadweg

Schönstes Teilstück des Elberadweges mit Blick auf die zerklüfteten Felsmassive des Elbsandsteingebirges

• Verlauf: Heidenau – Pirna – Königstein – Bad Schandau – Schöna/Schmilka
• Länge: 34 Kilometer
• Typ: leicht
• Streckenbeschaffenheit: gut ausgebaute, auf eigenständigem Weg verlaufende, meist geteerte Strecke mit einzelnen Brückenquerungen (Fähre)
• Höhepunkte:
- Heidenau: Barockgarten Großsedlitz
- Lohmen: Bastei mit phänomenalem Panoramablick
- Kurort Rathen: Eisenbahnwelten, Felsenbühne
- Königstein: Festung
- Pirna: historischer Stadtkern

www.elberadweg.de


Sächsisches Burgen - und Heideland
Mulderadweg

Alte Ortskerne und Burgen, historische Schlösser und Museen entlang einer außergewöhnlichen Flusslandschaft

• Verlauf: Nossen – Roßwein – Döbeln – Leisnig – Colditz – Grimma – Wurzen – Eilenburg – Bad Düben – Schlaitz
• Länge: 141 Kilometer
• Typ: leicht
• Streckenbeschaffenheit: Wald- und Feldwege, teilweise asphaltiert und verkehrsführend
• Höhepunkte:
- Nossen: Schloss, Klosterpark Altzella
- Döbeln: spätgotische Kirche St. Nicolai
- Westewitz: Europas größtes überdachtes Hochwehr
- Leisnig: Burg Mildenstein
- Badesee Thümmlitzsee, Naturschutzgebiet
- Grimma: Altstadt, Denkmalschmiede Höfgen, Klosterruine Nimbschen
- Wurzen: Altstadt, Dom, Ringelnatzhaus, Wachtelberg mit Bismarckturm bei Dehnitz
- Bad Düben: Burg Düben mit Museum, Schiffmühle im Burggarten, Naturpark Dübener Heide mit vielen
Rad- und Wanderwegen
- Schlaitz (Sachsen-Anhalt): „Haus am See“ – Aussichtspunkt für die Beobachtung
von Fischadlern am Mulde-Stausee

www.saechsisches-burgenland.de



Vogtland
Musikantenradweg

Rundweg durch idyllisches Hügelland mit anmutigen Panoramablicken

• Verlauf: Adorf – Markneukirchen – Schöneck – Klingenthal – Zwota – Erlbach – Landwüst – Bad Brambach –
Bad Elster
• Länge: 115 Kilometer
• Typ: leicht bis mittelschwer
• Streckenbeschaffenheit: Wald- und Feldwege, wenige öffentliche Straßen, teilweise steile Anstiege, Mountainbike
oder E-Bike empfohlen
• Höhepunkte:
- Adorf: Miniaturschauanlage Klein-Vogtland
- Markneukirchen: Musikinstrumenten-Museum, Aussichtsturm Bismarcksäule
- Schöneck: Aussichtsfelsen Alter Söll, Brauereimuseum, Ferienpark mit Erlebnisbad
Klingenthal: Musik- und Wintersportmuseum, Aussichtsturm auf dem Aschberg, Eisenbahnausstellung,
Tierpark, Sommerrodelbahn, Freibad
- Landwüst: Vogtländisches Freilichtmuseum, Aussichtsturm Wirtsberg
- Bad Brambach: historischer Kurpark, Kurmittelhaus mit Bade- und Saunalandschaft, Wettinquelle
- Bad Elster: Bade- und Saunalandschaft des Moor- und Mineralheilbades, Kurpark mit Moritzquelle und Bademuseum, König Albert Theater, Königliches Kurhaus

www.vogtlandtourist.de


Sächsisches Elbland
Moritzburger Teichroute

Besonders für Familien geeigneter und beschaulicher Rundweg durch die Moritzburger Kulturlandschaft mit idyllischen Rastplätzen

• Verlauf: Moritzburg (Bahnhof Lößnitzgrundbahn) – Cunnertswalde – Moritzburg
• Länge: 29 Kilometer
• Typ: leicht
• Streckenbeschaffenheit: nahezu ebene Wege auf Nebenstraßen und Waldwegen
• Höhepunkte:
- Moritzburg: Jagdschloss, Fasanenschlösschen, Wildgehege
- im Friedewald: Altenteiche mit Rastplätzen, Vogelbeobachtungsstelle am Frauenteich

www.kulturlandschaft-moritzburg.de


Erzgebirge
Stoneman Miriquidi

Grenzüberschreitender Rundweg, auf dem die Fahrer über 4.400 Höhenmeter überwinden

• Verlauf: Bärenstein – Pöhlberg – Scheibenberg – Rabenberg – Auersberg – Blatenský vrch (CZ) – Plesivec (CZ) – Klinovec (CZ) – Fichtelberg
• Länge: 160 Kilometer
• Typ: für konditionierte Mountainbiker
• Streckenbeschaffenheit: unbefestigte Waldwege, teilweise öffentliche Straßen kreuzend
• Höhepunkte:
- die neun höchsten Gipfel auf deutscher und tschechischer Seite

www.erzgebirge-tourismus.de

 

Foto: Gerhard Weber

Leseprobe Rubrik: Luthers Vermächtnis - Stätten der Reformation

Am Beginn einer anderen Zeit

Bereits Ende des 16. Jahrhunderts wurde Sachsen der Ehrentitel „Mutterland der Reformation“ verliehen – ein Vermächtnis, zu dem sich auch das heutige Bundesland bekennt.


Authentische Stätten zeugen vom Wirken des Reformators Martin Luther, seiner Unterstützer und Gegenspieler auf
dem Gebiet des jetzigen Freistaates und machen Sachsen als bedeutenden Ursprungsort der Reformation erlebbar.
Die 95 Thesen Martin Luthers, am 31. Oktober 1517 an das Hauptportal der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen, veränderten die Welt. Luther wollte die Kirche ursprünglich nur reformieren, doch mit der Leipziger
Disputation von 1519 wurde eine Spaltung unvermeidlich. Noch heute finden sich in der Messe- und Musikstadt eindrucksvolle Zeugnisse dieser Geschichte. Kein Geringerer als Johann Sebastian Bach führte die protestantische Kirchenmusik zu ihrem Höhepunkt. Der Geist der Reformation wohnt auch Ereignissen der jüngeren Vergangenheit inne. Vor 25 Jahren begann die Friedliche Revolution in der DDR mit Friedensgebeten in der Leipziger Nikolaikirche.

Luther und die Fürsten
Die malerische Renaissancestadt Torgau an der Elbe gilt als politisches Zentrum der Reformation. Hier hielt Martin Luther die erste evangelische Predigt, hier weihte er mit der Schlosskapelle den ersten protestantischen Kirchenneubau und mit dem Torgauer Bund entstand in der Elbestadt eines der bedeutendsten Bündnisse zum Schutze der Glaubensfreiheit. Im Jahr 2015 bildet Schloss Hartenfels die authentische Kulisse für die erste der großen nationalen Sonderausstellungen zum 500. Reformationsjubiläum. Von Mai bis Oktober 2015 wird in der ehemaligen Residenz der sächsischen Kurfürsten, der kurfürstlichen Kanzlei und der Superintendentur die politische Geschichte der Reformation ebenso eindrucksvoll inszeniert wie die gegenreformatorische Reaktion der katholischen Seite. Bereits im Jahr 2014 wird mit der Ausstellung „Das WORT im BILD“ die Welt der sächsischen Kurfürsten in der frühen Neuzeit lebendig. Biblische Darstellungen auf Prunkwaffen und Kunstgegenständen der Herrscher Sachsens zeugen dann von Glaubenskämpfen und -bekenntnissen.

Die Rolle der Frauen
Auch starken Frauen begegnet man in Sachsen auf Schritt und Tritt. Elisabeth von Rochlitz, eine der einflussreichsten Frauen der Reformationszeit, wurde als rastlose Vermittlerin zu einer tragenden Säule der Fürstenreformation im sächsischen Reich. Die Sonderausstellung „Eine STARKE FRAUEN geschichte – 500 Jahre Reformation“ auf Schloss Rochlitz beleuchtet zwischen Mai und Oktober 2014 erstmalig die Geschichte dieser und anderer couragierter Frauen des 16. Jahrhunderts, die zu Unrecht oft in Vergessenheit geraten sind.

Wege zum Glauben
„Erlaufene Reformationsgeschichte“ kann man auf dem Lutherweg Sachsen erleben. Als Teil des mitteldeutschen Lutherweges führt der Pilgerund Wanderweg auf 26 Stationen zu Wirkungsorten Luthers und anderer Reformatoren. Torgau, die „Amme der Reformation“, Leipzig, „Stadt der Disputation“, Borna, die Stadt in der Luther seinen berühmten Aschermittwochsbrief verfasste, und Zwickau, wo Luthers Widersacher Thomas Müntzer seine reformatorische Auffassung radikal unter der Bevölkerung verbreitete, säumen den Weg. 2014 wird die westliche Route über Leipzig eröffnet, während die östliche Strecke entlang der Mulde ein Jahr später folgt. Es lohnt sich, auf den Spuren des Reformators, seiner Unterstützer und seiner Gegenspieler zu wandeln.

INFO
Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH
Bautzner Straße 45–47

01099 Dresden
Tel. 0351 49170-0

Fax 0351 4969306
info@sachsen-tour.de

www.sachsen-tourismus.de

Foto: TMGS/Manfred Lohse

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