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Leseprobe Rubrik: Titelthema

Die 1.000-jährige Wasserstadt

Eine junge Familie beim Paddelausflug, ein ambitionierter Ruderer auf dem Karl-Heine-Kanal oder eine Festgesellschaft, die vergnügt mit einem Ausflugsboot unterwegs ist – dieser Anblick ist mitten in der Leipziger City längst keine Seltenheit mehr.

Und dass es sogar zwei fahrbare Gondeln im Stadtteil Plagwitz am Ufer der Weißen Elster gibt, wissen ebenfalls viele, gilt doch Leipzig zunehmend als Klein-Venedig.
Und tatsächlich: Wenn man auf den Wasserstraßen Leipzigs im Paddelboot unterwegs ist, erscheint die Stadt fast schon venezianisch. Unter zahlreichen Brücken hindurch, entlang renovierter Fabrikhallen mit einzigartigen Lofts und strahlenden Fassaden bis hinein in die Auen und Wälder, wo man so manchen tierischen Bewohner der Großstadt aufspüren kann, verfestigt sich der Eindruck von Leipzig als Wasserstadt. Doch dieser ist nicht neu. Einst galt Leipzig sogar als Seestadt. Umgeben von Wasser und von den Flüssen Pleiße, Weiße Elster und Parthe sowie ihren Gräben und Kanälen durchzogen, wurde die Stadt so auch auf Kupferstichen aus dem 19. Jahrhundert verewigt. Im 14. Jahrhundert galt die Fischerei gar als wichtigste gewerbliche Vereinigung und im Rezept des Leipziger Allerleis aus dem 19. Jahrhundert finden sich nicht umsonst Flusskrebse aus der Pleiße. Heute wird in Leipzig viel getan, um dem Image als Wasserstadt gerecht zu werden. Die Seen um die Stadt, die aus alten Tagebaulöchern entstanden sind, werden als Freizeit- und Wohnoasen ausgebaut und durch schiffbare Kanäle mit der Innenstadt verbunden.

Stadthafen als Tor zum Neuseenland
Der Stadthafen ist solch ein von der Stadt Leipzig ins Leben gerufenes Projekt, welches für Touristen und Einheimische ein besonderer Anziehungspunkt werden soll. Als Geschäftsführer wurde der Weltklasse-Kanute Jan Benzien gewonnen. „Das Grundstück des Stadthafens war Anfang 2014 noch eine Brachfläche, jetzt ist es ein kleines Naherholungsgebiet mitten in der Stadt. Das Besondere ist, dass der Hafen zwischen Stadion und Fußgängerzone liegt und damit der zentralste Ausgangspunkt in das Leipziger Neuseenland ist. Wir haben Kanus, Fahrräder, SUPs, Schlauchboote und ein Drachenboot. Diese verleihen wir oder bieten geführte Touren an. Neu 2015 sind Ruderboote und vor allem zwei Motorboote für Rundfahrten auf den wunderschönen Gewässern“, erklärt der Welt- und Europameister im Kanuslalom.
Der Stadthafen ist das Tor ins Neuseenland. Sowohl alle Wasserwege in der Messestadt als auch der Wasserweg zum Cospudener See sind mitten aus der Stadt erreichbar. Weit über 50 Kilometer sind so vom Hafen aus zu erpaddeln, ohne aus dem Boot zu steigen. In dieser Hinsicht hat sich viel getan. Doch natürlich hat der Wahl-Leipziger immer noch Visionen, wie er lachend zugibt: „Ich habe noch ein paar Ideen, diese behalte ich allerdings für mich, bevor sie jemand vor mir umsetzt. Aber die Erschließung des Markkleeberger Sees an die Flüsse fehlt noch sowie die Verbindung von Karl-Heine-Kanal, Lindenauer Hafen und Elster-Saale-Kanal. Wenn diese Erschließungen kommen, wird es noch voller auf den Leipziger Gewässern“, schaut Jan Benzien in die Zukunft. Und auf die Frage, wie er als aktiver Weltklasse-Kanute Beruf und Sport unter einen Hut bringt, gibt er sich ebenso zuversichtlich: „Als Gesellschafter und Geschäftsführer der Stadthafen Leipzig GmbH habe ich einiges investiert und gebe nun mein Know-how aus dem Kanu an das Team weiter. Der Spagat zwischen Leistungssportler und Chef ist schwer. Aber da habe ich einen sehr guten Standortleiter und mit Dirk Thärichen zudem einen super Partner in der Betreibung des Hafens gefunden.“ Jan Benzien empfiehlt all jenen Besuchern des Stadthafens, die erst einmal nur schnuppern wollen, noch eine schöne Route: Die Einsteigertour Nr. 1 verläuft vom Stadthafen Leipzig über den Elstermühlgraben mit renovierten Villen zur Weißen Elster, entlang sanierter Industriebauten in den Karl-Heine-Kanal und zurück. Auf dieser zweieinhalbstündigen Tour kann man mit etwas Glück sogar Eisvögel, Fischreiher oder Nutrias sehen.
www.stadthafen-leipzig.com

Leipzig feiert 1.000 Jahre Stadtgeschichte
Leipzig hat nicht nur Wasser zu bieten. Dies wird 2015 besonders deutlich, wenn die Messestadt ihre Ersterwähnung feiert. Am 20. Dezember 1015 schrieb Thietmar, Bischof von Merseburg, im siebten Buch seiner Chronik: „Dann erkrankte der wackere Bischof Eid, der eben mit großen Geschenken aus Polen zurückgekehrt war, und gab am 20. Dezember in der Burg Leipzig seine treue Seele zurück.“ Mit diesem Satz und der Nennung der Burg Leipzig („urbs Libzi“) fand Leipzig erstmals Eingang in die Geschichtsbücher.
Unter dem Motto „Wir sind die Stadt“ wird ein Festjahr begangen, das die charakteristische Vielfalt Leipzigs zeigt. Mit dem längsten Bürgerfest, der Festwoche mit StadtFestSpiel „Lipsias Löwen“, Thementagen und Stadtfest sowie dem großen abschließenden Geburtstagsfest am 20. Dezember organisiert der Leipzig 2015 e. V. die zentralen Höhepunkte des Jubiläums. (Auszug)

Foto: Dirk Brzoska

Leseprobe Rubrik: 2015 - Erleben

Die Gärten der Könige

Ein Wunder geschieht. Die Sonne wärmt, es wird Frühling und das Leben erwacht. Kleine, zarte Blüten kämpfen sich durch die Erde. Blaue, gelbe und violette Krokusse, grüne Knospen, die ersten zarten Blätter künden von der Blütenpracht der kommenden Monate.

 

Dieses Wunder, so selbstverständlich es auch sein mag, inspirierte die besten und talentiertesten Gartenmeister und Architekten dazu, Orte zu schaffen, die dem Glanz der sächsischen Kurfürsten und Könige würdig waren. Sie verwirklichten ihre Träume äußerst kunstvoll. Kunstvoll, richtig. Denn es handelt sich um eine Kunst, die sowohl fachliches Können, Erfahrung, aber auch künstlerische Sensibilität erfordert – mehr verrät ein Spaziergang durch die faszinierendsten Gärten und Parks der sächsischen Geschichte.

Fürst-Pückler-Park Bad Muskau (Station 1)
Als wahrer Künstler kann Hermann Fürst von Pückler-Muskau bezeichnet werden. Er verstand es, die Farben seiner „Natur-Malerei“ so einzusetzen, dass sie im Muskauer Park in jedem Lichtverhältnis beeindruckend wirken. Der Fürst ließ sich von englischen Gartenkünstlern inspirieren und schuf auf 830 Hektar ein Gesamtkunstwerk aus Eichen, Linden, Buchen und Pappeln, weiten Wiesen und geschickt angelegten Wegen, das die unendlich scheinende Landschaft mit dem Neuen Schloss harmonisch verbindet. Den als Welterbestätte eingetragenen Muskauer Park kann man ganz entspannt von einer Kutsche aus oder mit dem Fahrrad erkunden.

Schloss & Park Pillnitz (Station 2)
Jedes Jahr werden die ersten Frühlingsgefühle von der karminrot blühenden Kamelie im Park Pillnitz geweckt. Mit ihrem stolzen Alter von 250 Jahren ist sie eine botanische Rarität und ihre Ableger sind unter den Besuchern heiß begehrt. Um den Park und seine vielen Geheimnisse und verborgenen Ecken richtig zu entdecken, ist ein geführter Rundgang durch den Lustgarten, den englischen und holländischen Garten empfehlenswert. Dabei gilt es beispielsweise, Fliederbäume mit interessantem Drehwuchs oder Deutschlands älteste Zitruspflanze zu entdecken. Das 1861 fertiggestellte und 2009 wiedereröffnete Palmenhaus beherbergt unter anderem Strelitzien, Proteen und „Kängurupfötchen“.

Barockgarten Großsedlitz (Station 3)
Nachdem Reichsgraf von Wackerbarth die Anlage 1723 an Kurfürst August den Starken verkauft hatte, ließ dieser den Park nach französischem Vorbild umgestalten. Der Garten blieb eine „unvollendete Sinfonie“, denn von den geplanten 96 Hektar konnten nur zwölf umgesetzt werden. Diese aber faszinieren umso mehr. Das weitläufige terrassierte Gelände ist ein Gartenkunstwerk mit zwei Orangerien, vielen Wasserspielen und rund 60 Skulpturen. Die Pomeranzen-Sammlung in Großsedlitz zählt zu den größten im deutschsprachigen Raum. Die aus den Früchten hergestellte Bitterorangenmarmelade gibt es im Besucherzentrum zu kaufen. Aber flink: nur so lang der Vorrat reicht.

Königliche Anlagen Bad Elster (Station 4)
Mitte des 19. Jahrhunderts wegen seiner heilkräftigen Quellen von den sächsischen Landesherren zum Königlich-Sächsischen Staatsbad erhoben, entwickelte sich Bad Elster rasch zu einem mondänen Heilbad. Die sächsischen Könige, die selbst oft und gern hier weilten, ließen großzügige Parks und prachtvolle Bauten errichten. Noch heute laden die Anlagen zum Flanieren und zum Kulturgenuss ein. Der um 1850 im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegte historische Kurpark bietet mit seltenen Gehölzen, farbenprächtigen Blumenrabatten und sattgrünen Rasenflächen etwas fürs Auge und für die Seele. Themengärten, Skulpturen, Wasserspiele und der Louisa-See ergänzen die gestaltete Landschaft.

Schloss und Park Lichtenwalde (Station 5)
Unweit von Chemnitz lädt das Schloss Lichtenwalde mit einer der schönsten Rokokoparkanlagen Deutschlands zu einem „Rendezvous der Künste“ ein. Direkt neben dem Schloss befindet sich der Eingang in den zehn Hektar großen Park, der in der Epoche des Übergangs vom Barock zum Rokoko entstand. Entlang mehrerer Sicht- und Wegachsen entfalten sich einzelne Gartenräume mit Prachtalleen, Konzertplätzen und historischen Wasserkünsten. Besonders reizvoll ist die Hanglage dieses im Originalzustand erhaltenen Parks, der überraschende Einblicke in das Tal der Zschopau erlaubt.

Klosterpark Altzella (Station 6)
Der Park von Altzella scheint aus einer anderen Welt zu stammen. Nachdem die Mönche das Kloster nach fast 400 Jahren Blütezeit im Laufe der Reformation verlassen hatten, schuf Johann Gottfried Hübler um die mittelalterlichen
Klosterruinen einen märchenhaften Ort mit verschlungenen Pfaden, urwüchsigen Buchen und geschickten, scheinbar natürlichen Inszenierungen und Blickbeziehungen. Aus der Gründungszeit der Zisterzienserabtei sind heute noch die vier Grabplatten der Stifterfamilie zu sehen, denn die Markgrafen von Meißen hatten das Kloster zur Familiengrabstätte erkoren.

Barockgarten Zabeltitz (Station 7)
Die Verbindung aus prachtvollen Schlössern und einer einzigartigen Flora und Fauna macht einen Besuch in Zabeltitz besonders reizvoll. Das fürstliche Palais, ein mit barocken Elementen verziertes Schloss der Renaissancezeit, bildet
den Eingang zu einem Garten nach dem Vorbild der Anlagen von Versailles. Im 18. Jahrhundert beauftragte Reichsgraf von Wackerbarth unter anderem seinen Baumeister Johann Christoph Knöffel, Park und Schloss zu errichten. Heute zählt Zabeltitz zu den größten und am besten erhaltenen Parkanlagen nach französischem Vorbild in Sachsen. Der Park ist streng symmetrisch angelegt, Linden- und Kastanienalleen, Hecken, Lustwäldchen, Rondelle mit Sandsteinskulpturen und ein einzigartiges Teichsystem setzen faszinierende Akzente. (Auszug)

www.schloesserland-sachsen.de

Foto: Schlösserland Sachsen

Leseprobe Rubrik: Genussland Sachsen

Glückseligkeit ganz en passant

Welch Augenschmaus, welch ein Genuss! Ein jeder kennt sie, diese Glückseligkeit, diese Wonne, die man beim Vorbeischlendern an Ladenschaufenstern in den städtischen Straßenzeilen erlebt ...

 
... beim Erhaschen eines Blickes auf die mit Essbarem herrlich und opulent dekorierten Thekenauslagen von Konditoren, Feinkostläden, Bistros und Cafés. Kuchen, Torten, Kekse, Brotlaibe und Fettgebäck. Bilder von Köstlichkeiten fliegen vorbei. Käsekuppeln, -pyramiden oder -ballen, delikat und schimmlig, pfeffrig, trocken, bröckelig, sämig, würzig, löchrig oder mild – sie sind alle herzhaft anzuschauen. In einem Fenster türmen sich Pralinen, Schokoladen und kandierte Früchte, im nächsten wird gerade heiß serviert. Aus dem Eingang gegenüber strömen würzige Aromen und nebendran, dort wird die Wurst gestopft und Räucherschinken in hauchdünnen Scheiben offeriert. Diese Schaufensterszenen ziehen gestochen scharf vorbei, erinnern kurz an die Gemälde alter Meister vom Schlaraffenland, wo Milch und Honig und Wein statt Wasser fließen, wo Häuser aus Kuchen stehen und einem alles verzehrfertig in den Mund fliegt …
Als Vorbeigehender möchte man augenblicklich und immerfort innehalten, man möchte eintreten und riechen und naschen.

Delikate Idee
Bei einer Eat-the-world-Stadtführung durch das Dresdner Neustadt-Viertel, genauer gesagt durch die Äußere Neustadt, kann man dieses Flanieren und Schauen und die vorfreudige Erwartung gewisser Sinnen- und Gaumenfreuden kultivieren. Denn diese Stadtführung der besonderen Art (es gibt sie inzwischen in einigen deutschen Großstädten) hat sich auf das allzu menschliche Vergnügen am Gustieren spezialisiert und nimmt Touristen und Einheimische aller Altersgruppen mit auf einen kulinarischen Rundgang durch äußerst charmante Stadtviertel.
Die Führung bietet ein wunderbar zusammengestelltes Potpourri aus Historie, Geschichten und Anekdoten des Quartiers – und außerdem sieben kulinarische Kostproben in inhabergeführten Restaurants und Feinkostläden, die sich auf gutes Handwerk berufen und regionale wie saisonale Spezialitäten kredenzen. Und gibt es wohl etwas Schöneres, als eine Stadt mit allen Sinnen zu erkunden, Aromen, Zutaten und regionale Zubereitungsarten auf ihre Weise erzählen zu lassen?

Ein Viertel mausert sich
Dresdens Altstadt-Ensemble zwischen Frauenkirche und Zwinger ist allseits berühmt, jeder, der hier lebt, kennt es und jeden Besucher zieht es dorthin. Dresdens Altstadt ist zweifelsohne ein absolutes Highlight.
Doch vis-à-vis, auf der anderen Elbseite, liegt ein weiteres legendäres Viertel Dresdens, das Beachtung verdient und vielerlei zu erzählen hat: die Dresdner Neustadt. Sie teilt sich historisch bedingt auf in die Innere und die Äußere Neustadt, wobei letztere, so verrät es der Name, im 18. Jahrhundert noch außerhalb der Stadt lag. Zu jener Zeit wurde dorthin alles Unliebsame und Anrüchige verbannt, das man in der Stadt nicht haben wollte: Dort wurde Munition gelagert, Pulverfässer und Holz, und dort befand sich, zwischen der heutigen Louisen- und Katharinenstraße, auch der Galgen, an dem Mörder und Ganoven ihr jähes Ende fanden. Damals war dieser Ort dunkel und verrucht, ein Schauplatz schrecklicher Ereignisse. Hier soll, so ist es überliefert, in dieser Zeit auch der
berühmt-berüchtigte und gefürchtete Räuberhauptmann Lips Tullian an der Grenze zwischen Innerer und Äußerer Neustadt vorm Schwarzen Tor im Beisein Augusts des Starken durch das Schwert enthauptet worden sein. Die Gegend außerhalb der Stadtmauer war schlichtweg ein Ort, den es wohl zu meiden galt.
Wo vormals demnach Köpfe rollten, ist heute die Äußere Neustadt zwischen der Bautzner Straße und dem Albertplatz sowie dem Alaunpark zu verorten. Von der einstigen Schaurigkeit ist jedoch nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Das Viertel ist in diesen Tagen ein überaus lebendiger, kreativer, familienfreundlicher und internationaler Stadtteil mit vielen schönen Cafés und Lokalen, Kneipen, Modeboutiquen, Galerien, Bühnen, Clubs und kleinen inhabergeführten Geschäften; ein Quartier mit altem Charme und neuer Anziehungskraft, das tagsüber zum Flanieren einlädt und zu später Stunde die Nachtschwärmer auf den Plan ruft; ein junges, buntes Viertel, das Raum bietet für Subkulturen und alternative Ideen. So entstand hier nach der Wende das auch heute noch namhafte und
fest etablierte Stadtteilfest Bunte Republik Neustadt, das ursprünglich, von 1990 bis 1993, jeweils für ein Juniwochenende als Mikronation mit einer „ordentlichen provisorischen Regierung“ und einer eigenen Währung proklamiert wurde.

Und ewig lockt das Süße!
Gut ausgerüstet mit einer Serviette, die gleich zu Beginn vom Stadtführer Falk Lorenz ausgeteilt wird und ein wichtiges Utensil für dieses kulinarische Abenteuer darstellt, beginnt die Führung durch die Äußere Neustadt mit einer aus der sächsischen Backkunst nicht wegzudenkenden regionalen Spezialität: der „Dresdner Eierschecke“. Dieses traditionelle Gebäck pries schon der Schriftsteller Erich Kästner, im Übrigen ganz ein Kind der Neustadt, als „eine Kuchensorte, die zum Schaden der Menschheit auf dem Rest des Globus unbekannt geblieben ist“ – und besser kann man es wohl kaum umschreiben. Dieser Blechkuchen, der sich durch seine typische Dreischichtung auszeichnet, also farblich gescheckt ist und daher eben Eierschecke heißt (und keineswegs Eierschnecke, wie manch Dresden-Besucher fälschlicherweise meint!), erfordert höchstes handwerkliches Backgeschick: Die oberste Schicht aus cremig gerührtem Eigelb und untergehobenem Eischnee bedeutet für einen Laien eine echte Zitterpartie. Aber die Traditionsbäckerei Rißmann, in der schon die Kästners Stammkunden waren, gäbe es nicht schon seit über 100 Jahren, wenn man diese Handwerkskunst dort nicht beherrschte. An diesem quasi historischen
Ort gelingt die Dresdner Eierschecke selbstverständlich bestens und mundet wunderbar zart, bevor es anschließend in die langen, engen Straßenschluchten dieses im Wesentlichen von der Gründerzeitarchitektur geprägten Viertels geht. (Auszug)
www.eat-the-world.com/dresden

 

Lena Lüpke

Foto: www.zaffaran.de

Leseprobe Rubrik: Erlebnistage für Familien

Eintauchen ins Landleben

„Ich und du und Müllers Kuh“ – oder doch lieber Schaf, Kaninchen, Ziege? Fern ist der Alltag in der Stadt, wo Autos hupen, Bremsen quietschen, Züge rattern. Zur Urlaubszeit auf dem Bauernhof dringen ganz andere Geräusche ans Ohr:

Gänseschnattern, Katzenschnurren, Hühnergackern. Auf bewirtschafteten Höfen überall in Sachsen – egal ob im Vogtland, der Oberlausitz, im Erzgebirge, dem Sächsischen Burgen- und Heideland, dem Sächsischen Elbland oder in der Sächsischen Schweiz – sind die Türen zu Ferienwohnungen, -häusern oder -zimmern einladend geöffnet. Zu erleben gibt es hier garantiert immer etwas, wenn der Tag mit dem Krähen des Hahns und einem frischen Frühstücksei begonnen hat. Faul sein ist natürlich erlaubt, aber welches Ferienkind will schon still sitzen? Da ist Traktorfahren viel spannender!
Bei Familie Baldauf in Bielatal zum Beispiel darf jeder spielen und toben, soviel er mag. Für staunende Augen sorgt immer wieder der Besuch bei den schottischen Galloway-Rindern auf der Weide. Auf dem Mühlenhof Hirche im Georgewitzer Skalatal bei Löbau können kleine und große Helfer zeigen, was in ihnen steckt, und bei der täglichen Hofarbeit mit anpacken. Hier wird außerdem selbst gebacken und zum Schlachtfest kommt hauseigene Wurst auf den Tisch. In Gahlenz im Erzgebirge haben auf dem Ferienhof Kaltofen Pferdefreunde ihren Spaß und auch jede Menge andere Tiere lassen sich nach Herzenslust beobachten, streicheln und füttern.

Von Reiterhof bis Heuhotel
Im Erlebnis- und Beherbergungsreiseführer „Landurlaub Sachsen – Mal wieder Land sehen…“ sind auf 92 Seiten über 1.000 Freizeit-, Beherbergungs- und Veranstaltungsangebote aus allen ländlichen Ferienregionen des Freistaates zu finden. Hier präsentieren sich sächsische Gastgeber mit ihren Bauern- und Reiterhöfen, Pensionen, Landhotels, Ferienhäusern und -wohnungen sowie Heuhotels. Hier geht's zur kostenlosen Katalogbestellung.

www.landurlaub-sachsen.de
www.landsichten-sachsen.de

Foto: Ferienhof Kaltofen

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