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Leseprobe Rubrik: 2018 - Hier wird gefeiert

Zwickau jubiliert

900 Jahre und bezaubernder denn je

Bischof Dietrich I. von Naumburg stellte anno 1118 im Kloster Bosau bei Zeitz eine Urkunde aus, in der das territorio Zcwickaw erstmalig erwähnt wurde. Infolgedessen hat also auch 2018 in der Chronik der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt einen besonderen Stellenwert: 900 Jahre Zwickau! Eine Stadt feiert ein strahlendes Festjahr lang ihr großes Jubiläum.
Glanzpunkte gibt es etliche. Mit viel Liebe und teils auch recht verrückten, aufwändigen Einfällen ist ein breitgefächertes Programm entstanden, das rund 100 Veranstaltungen, Kunstprojekte und Aktionen für alle Altersgruppen umfasst. Historisch Interessierte kommen ab Februar in der Sonderausstellung zur Stadtgeschichte auf ihre Kosten, zu erleben am Domhof 5–8 in den Priesterhäusern. Diese sind eines der ältesten erhaltenen Wohnbauensembles aus dem späten Mittelalter in Deutschland und somit selbst beeindruckende Zeugen wechselvoller Zeiten. Die Priesterhäuser eignen sich auch immer wieder hervorragend als Fotokulisse. Das wird die Deutsche Nachtwächtergilde, die sich vom 20. bis zum 22. April in der Altstadt trifft, nicht anders sehen.

Funkelnde Festwoche mit Festival of Lights
Das genaue Datum der Ersterwähnung ist der 1. Mai 1118. Folgerichtig findet vom 1. bis zum 5. Mai eine Festwoche statt. Diese wird an einem der geschichtsträchtigsten Orte Zwickaus eröffnet: dem Dom St. Marien, der mit seinem 87 Meter hohen Turm die Stadtsilhouette prägt. Geplant sind auch ein Fotomarathon, Feuerzauber im Historischen Dorf, die Nacht der offenen Kirchen und eine Museumsnacht.
Zum allerhellsten Geburtstagslicht wird das Festival of Lights. Es verspricht bleibende Eindrücke, die mit „überwältigend“ sicherlich am treffendsten zu beschreiben sind. Spektakuläre Lichtinstallationen, Projektionen und Videomapping verzaubern markante Gebäude in leuchtende Blickfänge.

Open-Air-Saison als „Perlenkette“ schöner Erlebnisse
Unter freiem Himmel lässt es sich gut feiern. Wunderbar bunt wird das Ballonfest vom 18. bis zum 20. Mai. Mächtig viel Musik liegt in der Luft, wenn vom 31. Mai bis zum 10. Juni das Schumann-Fest zusammen mit dem Internationalen Robert-Schumann-Chorwettbewerb veranstaltet wird. Der Termin für das beliebte Lichterfest rund um den Schwanenteich fällt diesmal auf Robert Schumanns 208. Geburtstag am 8. Juni.
Die ohnehin gefragten Open-Airs erhalten 2018 eine besondere Note. Das Stadtfest vom 16. bis zum 19. August verspricht frische Variationen zum Motto „Spaß hautnah – Party pur – DU mittendrin“. Am 26. August verwandelt sich die wunderschöne Altstadt in einen automobilen Boulevard. Autonarren, die ohnehin immer wieder gern bei der AvD-Rallye, Oldtimerausfahrten oder zur Sachsen Classic dabei sind, bekommen im Festjahr mit dem Zwickauer Automobiltag ein „Zusatz-Bonbon“.
Kreative Ideen können Kinder und ihre Familien am 1. September bei ZWIKKIFAXX rund um den Schwanenteich erwarten. „Zwickau im Wandel der Zeit“ heißt es am 8. und 9. September zum Historischen Markttreiben. Bis in den Winter hinein lohnt es sich stets aufs Neue, einen Blick in den aktuellen Veranstaltungskalender zu werfen. So geht es beispielsweise bei der Bergparade am 15. Dezember noch einmal sehr stimmungsvoll zu.
Schillernd, wie der Feiermarathon begann, endet er am 31. Dezember 2018 mit einem fröhlichen Silvester-Ausklang. Eines lässt sich versprechen: Das Jubiläumsjahr wird den Einheimischen und ihren Gästen unvergessliche Bilder bescheren. Sie alle werden die Stadt nicht nur im wahrsten Wortsinne in einem ganz anderen Licht sehen. Nebenwirkungen, wie eine schwärmerische Verbundenheit mit Zwickau als Lebens- und Erlebnisort, sind übrigens durchaus erwünscht. Und Touristen, die im Anschluss weitere Entdeckertouren planen, sind sowieso herzlich willkommen!

INFO
KULTOUR Z.
Tourist Information Zwickau
Hauptstraße 6, 08056 Zwickau
Tel. 0375 2713240, Fax 0375 2713249
tourist@kultour-z.de
www.zwickau.de, www.900jahre-zwickau.de
www.schumann-zwickau.de, www.zwickautourist.de

Foto: Stadt Zwickau/Helge Gerischer

Leseprobe Rubrik: Museen entdecken

Hauchzartes Porzellan und bombensichere Kunstverstecke

Sonderausstellungen im Schlösserland Sachsen


Dass altehrwürdige Gemäuer viele Geheimnisse bergen, ist ... kein Geheimnis. Und so versteckt sich auch in sächsischen Schlössern und Burgen so manches, was der erste Blick nicht offenbart. Das Ausstellungsjahr 2018 gibt Anlass, ein zweites oder drittes Mal ganz genau hinzuschauen und dabei erstaunliche Geschichten zu entdecken. Spaziergänge durch herrliche Parks und Gärten krönen den Museumsbesuch an etlichen der historischen Orte.

Filigrane Meisterwerke entzücken
Seit mehr als 300 Jahren verzaubert und inspiriert Porzellan die Europäer. Zur zweiten Internationalen Porzellanbiennale auf der Albrechtsburg Meissen zeigen renommierte Künstler mit ihren modernen und zeitgenössischen Schöpfungen, welche Möglichkeiten das hauchzarte Material dem kreativen Geist bietet. Vom 12. August bis zum 4. November begeistern filigrane Meisterwerke und Membranen, die verführerisch mit dem Sonnenlicht spielen, ebenso wie Figuren und Skulpturen, die scheinbar unmögliche Welten erschaffen.
Die Biennale führt eine lange Tradition fort, wurde doch auf der Albrechtsburg Meissen 1710 die erste Porzellan-Manufaktur des Kontinents eingerichtet. Hier entstanden die fortschrittlichsten und begehrtesten Dekore und Formen.
www.albrechtsburg-meissen.de

Macht Euern Dreck alleene!
Nachdem 2017 die skandalumwitterte Flucht der Luise von Toskana vom sächsischen Hof im Schloss & Park Pillnitz nachzuerleben war, folgt die diesjährige Exposition des Schlossmuseums den Spuren des verlassenen Ehemannes. Aus dem Kronprinzen von damals wurde 1904 König Friedrich August III. Die Novemberrevolution zwang ihn, am 13. November 1918 auf den Thron zu verzichten. Der Legende nach soll er mit dem Ausspruch „Macht Euern Dreck alleene!“ entnervt abgedankt sein. Ganz sicher ist diese Urheberschaft allerdings nicht. Gleichwohl verleiht das nunmehr geflügelte Wort der Sonderschau vom 28. April bis zum 4. November ihren Titel. Sie gibt Aufschluss darüber, wie die Monarchie in Sachsen zusammenbrach und was aus Friedrich August III. und seinen Schlössern nach der Revolution wurde. Bisher noch nie gezeigte Dokumente, Fotos und Filme veranschaulichen, wie das Königshaus vor und nach der Revolution lebte und wie es mit dem einschneidenden Umsturz umging. Der originale Schreibtisch, auf dem der letzte sächsische König in Schloss Guteborn seine Worte zum Rücktritt schrieb, ist erstmals im Schloss Pillnitz ausgestellt.
www.schlosspillnitz.de

Große Augen garantiert
Mit seiner Mitmach-Ausstellung „Mangamania“ hat Schloss Augustusburg einen veritablen Dauerbrenner nach Deutschland geholt. Gestartet im April 2017, wurde die Schau jetzt bis zum 28. Oktober 2018 verlängert. Mit reichlich Spaß und Freude am Selbermachen kann sich hier die ganze Familie davon überzeugen, dass zum Manga mehr gehört als ein einfach gezeichnetes Gesicht mit übergroßen Augen. Die japanischen Comics gibt es zu jedem Thema, für jedes Alter, für jedes Interesse. Auch Animes, Computerspiele und die Fankultur mit Merchandising, Fanzines, Cosplay und Itasha sind Teil dieser Welt. Neben faszinierenden Hintergrundinformationen versprechen multimediale Stationen beste Unterhaltung. Es darf selbst zum Stift gegriffen werden, Animes flimmern in Endlosschleife über die Bildschirme und wer gern spielt, probiert traditionelles Go, Computergames und ein Quiz aus. Kostüme, eine Bibliothek und Workshops komplettieren das interaktive Erlebnis.
www.die-sehenswerten-drei.de

Ein sicherer Zufluchtsort
Prachtvolle Gemälde in dickwandigen Gemäuern und dunklen Kellergewölben? Edles Porzellan, feine Zeichnungen, kostbare Bücher und wertvolle Uhren verschlossen in Holzkisten? Im 700. Jubiläumsjahr seiner urkundlichen Ersterwähnung ist Schloss Weesenstein Schauplatz einer Sonderausstellung rund um ein spannendes Kapitel sächsischer Geschichte: „Bombensicher! Kunstversteck Weesenstein 1945“ heißt es vom 24. März bis zum 7. Oktober. Thema sind die Auslagerungen vor allem Dresdner, aber auch zahlreicher anderer Kunstschätze während des Zweiten Weltkrieges.
Als das Kriegsgeschehen den deutschen Städten immer näher rückte, suchten die Verantwortlichen in Ministerien und Sammlungen nach sicheren Orten. Ins Visier gerieten zahlreiche sächsische Burgen, Schlösser und Rittergüter. Im Schloss Weesenstein entstand – neben Stätten wie der Albrechtsburg Meissen und der Festung Königstein – eines der Hauptdepots. Eine zusätzliche Aufgabe erhielt das Schloss nach der Zerstörung Dresdens. Die Dresdner Kunstsammlungen, das damalige Führermuseum Linz und das Ministerium für Kunst und Kultur verlegten zeitweilig ihre Verwaltungssitze nach Weesenstein.
www.schloss-weesenstein.de


(Auszug)


www.schloesserland-sachsen.de

Foto: ASL Schlossbetriebe gGmbH

Leseprobe Rubrik: Mobile Welten

Im Sachsenzug ohne jede Eile unterwegs

Von Station zu Station wie vor 100 Jahren


Bimmelnd fährt der Sachsenzug am Bahnhof in Zittau vor, mit einer schnaufenden Lokomotive an der Spitze. Geradezu majestätisch gleitet sie heran, während zahlreiche Passagiere der dampfenden Maschine erwartungsvoll entgegenschauen. Angesichts des stählernen Kolosses wird augenblicklich bewusst, woher die Eisenbahn ihren Namen hat.
Sobald der Zug der Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft steht, kommt Bewegung in die wartende Menge. Einige Leute steigen sofort ein. Andere gehen am Bahnsteig entlang, um die historische Wagenreihe aus der Anfangszeit der sächsischen Schmalspurbahnen in Augenschein zu nehmen. Besonders dicht umringt ist die 1908 in Chemnitz gebaute Dampflok der Gattung IV K. Ein älterer Herr erklärt einem staunenden Jungen die Wasserkästen, die immerhin 2.400 Liter fassen. Großvater und Enkel gehen an diesem Samstag offensichtlich mit der ganzen Familie auf Tour ins Zittauer Gebirge. Der Vater entdeckt ein heruntergefallenes Stück Steinkohle und hält es hoch. Bis zu 1,2 Tonnen Brennstoff kann die Lok an Bord nehmen. Autoverwöhnten Kindern steht die Begeisterung ins Gesicht geschrieben, Erwachsene sind nicht minder fasziniert von der alten, soliden Technik.
Die vier Wagen sind gut besetzt. Vielleicht liegt es daran, dass der Sachsenzug nur im Abstand von 14 Tagen an den Wochenenden zwischen Mai und Oktober fährt. Mag sein, dass sich mancher bewusst das Erlebnis gönnt, in sorgsam rekonstruierten Waggons wie vor 100 Jahren zu reisen. Tatsächlich fühlt man sich in die Zeit der Königlich Sächsischen Staatseisenbahn anno 1915 versetzt.

Die Klasse macht den Unterschied
Jeder Wagen ist anders ausgestattet. Es lohnt sich daher, den unterschiedlichen Fahrkomfort zu testen, indem man unterwegs in einen anderen Waggon umsteigt, wenn die Kleinbahn an einer Station hält. In der vierten Klasse etwa
finden sich sehr einfache Holzbänke, die nur eine schmale Leiste zum Anlehnen haben. Ähnlich hart, aber mit ausgeformter Lehne sind die Plätze in der dritten Klasse. Falls großer Andrang herrscht, gibt es zusätzlich sechs Sitze zum Ausklappen im Gang. Über den Bänken Gepäcknetze, die ihren Namen wahrlich verdienen. Selbst eine Toilette oder – wie es früher hieß – ein Abort ist an Bord.
Deutlich bequemer reist es sich im Abteil mit grünen Polstern. Von der billigeren Klasse durch eine Schiebetür abgetrennt, befindet es sich im stilvollen Waggon mit Oberlichtfenstern. Erst 2017 wurde der Sachsenzug damit verstärkt. Wer sich gern den Fahrtwind um die Nase wehen lässt, gönnt sich draußen stehend den Blick auf die vorbeiziehende Landschaft. Stets ein freundliches Wort hat der zur Fahrkartenkontrolle durch die Wagen gehende Zugbegleiter auf den Lippen, auch zu den vielen Details links und rechts der Strecke kann er bestens Auskunft geben. (Auszug)

www.zittauer-schmalspurbahn.de
 

Anett Böttger

Foto: Mario England

Leseprobe Rubrik: Regionen

Drei Routen, zwei Quellen, ein Ziel

Auf dem Mulderadweg durch Mitteldeutschland

Vorbei an blumigen Auen und eindrucksvollen mittelalterlichen Kleinstädten schlängelt sich der einzigartige Mulderadweg an drei facettenreichen Flussarmen entlang. Wo Zeitzeugen der Industriekultur und mächtige Burgen und Schlösser thronen, liegen Radfreunden interessante Tourenabschnitte zu Füßen und machen die Entdeckungsreise durch Mitteldeutschland zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Das Erzgebirge erfahren
An der Freiberger Muldequelle in Moldava nahe der deutsch-tschechischen Grenze beginnt die Fahrt. Weite Wiesen und die sanft geschwungenen Bergrücken des Erzgebirges säumen den Weg. Ein erster Halt wird schon nach kurzer Zeit im Sächsischen Brauereimuseum in Rechenberg eingelegt, nach Belieben mit einer wohlschmeckenden Bierverkostung.
Nach der kurzen Erholung führt die Strecke durch urige Dörfer und mythische Wälder weiter in die Silberstadt Freiberg, wo die starke Verbundenheit zum Bergbau noch heute zu erleben ist. Hier finden Besichtigungen in 180 Metern Tiefe statt, die den Abbau von tausenden Tonnen Silber thematisieren. Nach einigen entspannten Kilometern, von saftigen Flussniederungen begleitet, grüßt die Stadt Döbeln mit ihrer historischen Pferdebahn, die als bedeutendes Transportmittel vor über 100 Jahren ihre Blütezeit erlebte. Auf dem letzten Abschnitt der Freiberger Mulde erhebt sich die imposante, fast 1.000-jährige Burg Mildenstein mit ihren wuchtigen Mauern über dem Tal.

Schlösser und Museen rund um Zwickau
Die zweite Muldequelle entspringt in Schöneck im Vogtland. Die Tour folgt der Zwickauer Mulde, dem längsten Muldezufluss. Unberührte Wälder prägen das Bild. Der Blauenthaler Wasserfall, mit etwa 30 Metern der größte Wasserfall Sachsens, tost hier über die Felsen. Den ersten Stopp markiert Zwickau. Sehenswertes, wie eine der ältesten öffentlichen Bibliotheken Deutschlands oder das August Horch Museum mit seinen geschichtsträchtigen und revolutionären Automobilen, laden zum Verweilen ein. Auch ein Besuch des Schlosses Osterstein, das nach dem Stadtbrand von 1403 komplett neu errichtet werden musste, sollte nicht fehlen.
Wieder fest im Sattel sitzend, geht es am Rande bunter Muldeauen nach Colditz. Im Inneren des Schlosses offenbart sich dessen bewegte Vergangenheit. Am bekanntesten ist wohl die Nutzung als Gefangenenlager, die im Fluchtmuseum ausführlich erklärt wird. Nicht weit von hier, in Sermuth, vereinigen sich die Zwickauer und die Freiberger Mulde, und fließen als Vereinigte Mulde gemeinsam nach Norden. (Auszug)

INFO
Leipzig Tourismus und Marketing GmbH
Koordinierungsstelle Mulderadweg
Augustusplatz 9
04109 Leipzig
Tel. 0341 7104372
mulderadweg@ltm-leipzig.de
www.mulderadweg.de

Foto: Alexander Klich/www.mulderadweg.de

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