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Leseprobe Rubrik: Museen entdecken

Hauchzartes Porzellan und bombensichere Kunstverstecke

Sonderausstellungen im Schlösserland Sachsen


Dass altehrwürdige Gemäuer viele Geheimnisse bergen, ist ... kein Geheimnis. Und so versteckt sich auch in sächsischen Schlössern und Burgen so manches, was der erste Blick nicht offenbart. Das Ausstellungsjahr 2018 gibt Anlass, ein zweites oder drittes Mal ganz genau hinzuschauen und dabei erstaunliche Geschichten zu entdecken. Spaziergänge durch herrliche Parks und Gärten krönen den Museumsbesuch an etlichen der historischen Orte.

Filigrane Meisterwerke entzücken
Seit mehr als 300 Jahren verzaubert und inspiriert Porzellan die Europäer. Zur zweiten Internationalen Porzellanbiennale auf der Albrechtsburg Meissen zeigen renommierte Künstler mit ihren modernen und zeitgenössischen Schöpfungen, welche Möglichkeiten das hauchzarte Material dem kreativen Geist bietet. Vom 12. August bis zum 4. November begeistern filigrane Meisterwerke und Membranen, die verführerisch mit dem Sonnenlicht spielen, ebenso wie Figuren und Skulpturen, die scheinbar unmögliche Welten erschaffen.
Die Biennale führt eine lange Tradition fort, wurde doch auf der Albrechtsburg Meissen 1710 die erste Porzellan-Manufaktur des Kontinents eingerichtet. Hier entstanden die fortschrittlichsten und begehrtesten Dekore und Formen.
www.albrechtsburg-meissen.de

Macht Euern Dreck alleene!
Nachdem 2017 die skandalumwitterte Flucht der Luise von Toskana vom sächsischen Hof im Schloss & Park Pillnitz nachzuerleben war, folgt die diesjährige Exposition des Schlossmuseums den Spuren des verlassenen Ehemannes. Aus dem Kronprinzen von damals wurde 1904 König Friedrich August III. Die Novemberrevolution zwang ihn, am 13. November 1918 auf den Thron zu verzichten. Der Legende nach soll er mit dem Ausspruch „Macht Euern Dreck alleene!“ entnervt abgedankt sein. Ganz sicher ist diese Urheberschaft allerdings nicht. Gleichwohl verleiht das nunmehr geflügelte Wort der Sonderschau vom 28. April bis zum 4. November ihren Titel. Sie gibt Aufschluss darüber, wie die Monarchie in Sachsen zusammenbrach und was aus Friedrich August III. und seinen Schlössern nach der Revolution wurde. Bisher noch nie gezeigte Dokumente, Fotos und Filme veranschaulichen, wie das Königshaus vor und nach der Revolution lebte und wie es mit dem einschneidenden Umsturz umging. Der originale Schreibtisch, auf dem der letzte sächsische König in Schloss Guteborn seine Worte zum Rücktritt schrieb, ist erstmals im Schloss Pillnitz ausgestellt.
www.schlosspillnitz.de

Große Augen garantiert
Mit seiner Mitmach-Ausstellung „Mangamania“ hat Schloss Augustusburg einen veritablen Dauerbrenner nach Deutschland geholt. Gestartet im April 2017, wurde die Schau jetzt bis zum 28. Oktober 2018 verlängert. Mit reichlich Spaß und Freude am Selbermachen kann sich hier die ganze Familie davon überzeugen, dass zum Manga mehr gehört als ein einfach gezeichnetes Gesicht mit übergroßen Augen. Die japanischen Comics gibt es zu jedem Thema, für jedes Alter, für jedes Interesse. Auch Animes, Computerspiele und die Fankultur mit Merchandising, Fanzines, Cosplay und Itasha sind Teil dieser Welt. Neben faszinierenden Hintergrundinformationen versprechen multimediale Stationen beste Unterhaltung. Es darf selbst zum Stift gegriffen werden, Animes flimmern in Endlosschleife über die Bildschirme und wer gern spielt, probiert traditionelles Go, Computergames und ein Quiz aus. Kostüme, eine Bibliothek und Workshops komplettieren das interaktive Erlebnis.
www.die-sehenswerten-drei.de

Ein sicherer Zufluchtsort
Prachtvolle Gemälde in dickwandigen Gemäuern und dunklen Kellergewölben? Edles Porzellan, feine Zeichnungen, kostbare Bücher und wertvolle Uhren verschlossen in Holzkisten? Im 700. Jubiläumsjahr seiner urkundlichen Ersterwähnung ist Schloss Weesenstein Schauplatz einer Sonderausstellung rund um ein spannendes Kapitel sächsischer Geschichte: „Bombensicher! Kunstversteck Weesenstein 1945“ heißt es vom 24. März bis zum 7. Oktober. Thema sind die Auslagerungen vor allem Dresdner, aber auch zahlreicher anderer Kunstschätze während des Zweiten Weltkrieges.
Als das Kriegsgeschehen den deutschen Städten immer näher rückte, suchten die Verantwortlichen in Ministerien und Sammlungen nach sicheren Orten. Ins Visier gerieten zahlreiche sächsische Burgen, Schlösser und Rittergüter. Im Schloss Weesenstein entstand – neben Stätten wie der Albrechtsburg Meissen und der Festung Königstein – eines der Hauptdepots. Eine zusätzliche Aufgabe erhielt das Schloss nach der Zerstörung Dresdens. Die Dresdner Kunstsammlungen, das damalige Führermuseum Linz und das Ministerium für Kunst und Kultur verlegten zeitweilig ihre Verwaltungssitze nach Weesenstein.
www.schloss-weesenstein.de


(Auszug)


www.schloesserland-sachsen.de

Foto: ASL Schlossbetriebe gGmbH

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